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Alles steht still, wenn der Virus es will

Konzerte abgesagt, LP Vorbereitungen gestoppt

Die Dramatik der letzten Wochen sickert uns erst langsam ein, für alle jene, die nicht direkt betroffen sind. Das Corona Virus (Covid-19) hat Europa zu einem Ort der Ausnahmen, der Beschränkungen, der Isolation und des Notstandes gemacht. Das, was wir üblicherweise nur aus TV Bildern in anderen Teilen der Welt kennen, spielt sich gerade in unserer Strasse ab. Leere, Stille, Ausgangsbeschränkungen, kaum Autos auf den Strassen, in den Geschäften Menschen mit Mundschutz. Polizei, Militär, Miliz, Securites auf der Strasse vor den Geschäften.

Nautürlich ist es nebensächlich, natürlich gibt es wichtigeres, lebenswichtigeres. Aber das es keine Kunst und Kultur gibt, dass alles still steht bedrückt. Nicht nur wir, die selbst Kunst – Musik produzieren und ein kleiner Teil des Kulturbetriebs sind, es bedrückt uns auch als Menschen und wir merken, wie wichtig uns die sogenannte Nebensache eigentlich ist. Zeigt uns aber auch, wie verkehrt unsere Wertigkeiten sind.

Es steht bei uns alles still, alle Konzerte bis zum Sommer sind abgesagt. Das Mini Acoustic Festival im Seddwell Center, der Lendwirbel und damit auch die Santa Lucia Stage 2020 und alle weiteren Vorhaben – gecancelled. Zum stillhalten verdammt sind wir auch bei dem lustvollen Entwickeln von neuen Songs, beim proben dazu, beim Arrangieren und beim Basteln an Sounds und Stimmen, beim jammen und uns gegenseitig inspirieren. Alles Stopp. Natürlich könnten wir uns in den virtuellen Raum begeben und verhatschte Online Streamings und Konzerte machen, irgendwelche Covers abliefern, um einige von euch zu erheitern oder alte Songs in einer Konferenz spielen – und vielleicht tun wir das auch noch. Aber es ist nicht das gleiche, es ist nicht der Ersatz für das, was Musik ausmacht; die Gesamtheit, das alles: das live spielen, das spüren, die Wucht von lauter Live Musik hören, ja mehr als hören, spüren; riechen und eins werden, das sich tragen lassen und blind verstehen und selbst bei Fehlern auf einer Welle der Euphorie schwimmen, weil man weiß, dass die da vor uns, die da uns zuhören, bei uns sind, mit uns hören und auch jetzt gerade einige glückliche Moment geniessen.

All das fehlt uns und wird wohl so schnell nicht wieder kommen. Denn klar, zuerst kommt die Gesundheit. Dann kommt lange nichts, dann kommt dafür zu sorgen, dass alle in die Arbeit können, einen Job wieder finden und dass sie versorgt sind und erst dann werden wir Künstler*, Aufwecker*, Fragensteller*, Anstachler* und Unterhalter*innen wieder zurück in die „Normalität“ geholt werden, welche immer das auch sein wird. Bis dahin, üben wir uns in Selbstdisziplin, um Balance und um die Spürnase für das richtige. Wir kommen laut und wild und zart und begeistert und begeisternd wieder zurück. Versprochen.

Eure g.u.l.i.s.

Zakk e. Rust, Anton Hüttmayr, Hannes Ressi, Wolfgang Gulis

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